ADS/ ADHS an den Schulen in Sachsen:

Wie bereits bei den Gliederungspunkten Legasthenie/ LRS und Dyskalkulie erwähnt, gehört eigentlich auch ADS/ ADHS zu den Konstellationen bei denen gem. § 35a SchulG Sachsen, eine individuelle Betrachtung des Schülers erfolgen sollte. Dies ist allerdings in der Praxis keineswegs der Fall und vorrangig sind Eltern mit Kinder, die ADS/ ADHS haben derart mit der Abwehr beschäftigt, daß sie ans fordern erst gar nicht denken.

Ungeachtet dessen will ich an dieser Stelle 2 praxisrelevante Gesichtspunkte herausgreifen, die beide Aspekte umfassen - die des abwehrens und die des forderns:

  • Zum einen geht es "im Abwehrbereich" vor allem darum, daß Kinder mit ADS/ ADHS oftmals gemobbt werden oder ganz abgeschoben werden sollen, sei es durch rechtswidrige Ordnungsmaßnahmen oder gar mit dem Versuch, diese Kinder in Förderschulen abzuschieben.
  • Zum anderen geht es "im Angriffsbereich" (an den die Eltern wegen ihrer ständigen Abwehrhaltung meist gar nicht denken) vor allem um den auch im Rahmen von Legasthenie/ LRS und Dyskalkulie bereits hinreichend angesprochenen Gesichtspunkt eines Nachteilsausgleichs.

Im einzelnen:

a. ADS/ ADHS - die Abwehrprobleme:

Bei Schülern mit ADS/ ADHS besteht immer die Gefahr, daß diese in den Schulen als Problem gesehen werden:

  • Vielen Lehrern fehlt jegliches Verständnis dafür und sie sehen diese Schüler nur als Belastung.
  • Und auch viele Eltern stimmen aufgrund des allgemeinen Bildungsdrucks für ihre Kinder überein, da ADHS-Kinder als Ursachen dafür gesehen werden, daß es in der Schule nicht vorwärts geht usw.

In der Praxis führt dies dazu, daß Kinder mit ADS/ ADHS oftmals Opfer von Ordnungsmaßnahmen sind und manchmal auch versucht wird, diese an Förderschulen weiterzugeben:

  • Im Falle von Ordnungsmaßnahmen ist indes zu beachten, daß diese Kinder gar nicht bewußt und zielgerichtet gegen Regeln verstoßen. Spätestens wenn eine Versetzung in die Parallelklasse ansteht, oder ein Unterrichtsausschluss bzw. gar Schulausschluss, sollte man sich hiergegen wehren. Für Möglichkeiten und Hilfen bei der Durchsetzung Ihrer Rechte kontaktieren Sie mich bitte direkt.
  • Im Falle des Versuchs der Überweisung auf eine Förderschule sollte man noch vorsichtiger sein: Der graduelle Unterschied zwischen ADS/ ADHS und sonderpädagogischen Förderbedarf wird schnell verwischt und dies kann massive Probleme zur Folge haben. Steht die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs im Raum, sollte man deshalb schnellstmöglich gegensteuern. Für weitere Informationen und Hilfen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

b. Nachteilsausgleich bei ADS/ ADHS:

Auch hier wird man auf § 35a  SchulG Sachsen und dem übergeordnet, dem direkt aus Art. 3 GG folgenden Grundsatz der Chancengleichheit abstellen müssen und einen Nachteilsausgleich für Kinder mit ADS/ ADHS fordern müssen.

Der Haken hieran in Sachsen ist freilich, daß es keine entsprechenden Verwaltungsvorschriften gibt, die dies auch für die Schulen konkreter fassen, was zu tun ist.

Für Einzelfragen zum Inhalt und zur Durchsetzung Ihrer Rechte kontaktieren Sie mich bitte direkt